Satemin

SateminSatemin liegt etwa 4 Kilometer westlich von Lüchow und ist mit ursprünglich zwölf Hufen der größte wendländische Rundling geblieben. Mit seinem besonders großen Dorfplatz und den im Halbrund liegenden Vierständerhäusern, die durch 'sanften', ohne direkt auf Tourismus ausgerichteten Denkmalschutz instand gehalten worden sind, ist Satemin Ausflugsziel für Radler, Wanderer und Busreisende.

Erste Erwähnungen 1309 als Tzatemyn (WendReg), 1313 als Zatemin, 1330/52 Sacemyn, 1360 Satamyn, 1450 Sathemyn.

In anderen Quellen wurde Satemin 1352 erwähnt als 'To Zazemyn', 'Dorf des Satema'; gerne sprechen die Sateminer auch von 'Satans Kamin'. Es gab bis zum 15. Jahrhundert ein Klein Satemin 500m östlich, das im Moor zu versinken begann und bis zum Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde. Die Bewohner bauten eine neue Siedlung am östlichen Rand von Satemin und wurden Priliper genannt, von slaw. Prilep (Anhängsel).

Von großer Bedeutung war Satemin spätestens seit 1660 aufgrund seines Marktes, der als Volksfest, als Vieh- und als Heiratsmarkt überregionale Bedeutung besessen haben muss. Dies endete jedoch mit dem verheerenden Brand vom 15. August 1850, als, der Überlieferung nach, Fett in eine Feuerstelle tropfte, das Haus niederbrannte und der Wind die Flammen in die übrigen Häuser trieb. Bis auf die Kirche und das Spritzenhaus war alles niedergebrannt; dies ist u.a. der Grund für die sehr einheitliche Bauweise der Häuser Satemins. Aufmerksame Besucher werden entdecken, dass alle Häuser im Jahre 1850 wieder aufgebaut wurden und dass die Spruchbalken stets die Feuersbrunst beklagen.

Am südlichen Ortsrand auf der Geestseite liegt die alte Feldsteinkirche aus dem 13. Jht., in ihr finden sich Altarfiguren aus eben dieser Zeit. Die Kirche wurde zuletzt 2006-2008 innen restauriert. Das äußere Erscheinungsbild ist aus dem Jahr 1964, als die vorherige Putzfassade entfernt und das Findlings- und Ziegelmauerwerk sichtbar wurde.  Auf der Kirchenglocke, die aus dem Jahr 1478 stammen soll, finden sich die Verse:

Maria hit ik
d
en levendighen rop ik
d
en doden bewene ik
h
ans Sehorst got mik
a
nno LXXVIII

Mitte der siebziger Jahre gründete Satemin im Zuge der Eingemeindung in die Stadt Lüchow den ersten Dorfverein des Wendlandes, um das traditionelle Dorfleben zu erhalten. Heute findet man in Satemin eine Töpferei mit dem Atelier des Malers Helion und das Wendland Café. Direkt im Dorfrund an der Milchbank liegt das Landhotel Markthof Satemin mit 13 Hotelzimmern und einem Restaurantcafé. In regelmäßigen Abständen finden hier Konzerte aus der guten Unterhaltungsmusik und der Klassik-/Barockmusik statt. Seit 2006 veranstaltet der Markthof zusammen mit der Dorfgemeinschaft jährlich den Pfingstmarkt Satemin. Ein hochwertiger Kunsthandwerkermarkt mit Ausstellern aus dem gesamten nordeuropäischen Raum.

 

 

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