Dolgow

An Dolgows Eingang zum Rundling fährt man leicht vorbei, wenn man von Lüchow Richtung Clenze nach Wustrow abbiegt. Gleich hinter Jeetzel und Klennow liegt dieser Rundling, ein Sackgassendorf mit nur einer Einfahrt, das im neunten Jahrhundert entstanden sein soll und dessen Name sich wohl von slawisch dolgi („lang“) ableitet.

Erst im Jahr 1476 wird Dolgow jedoch erstmals erwähnt (Dollighe) als Dorf von sechs Hufen. Im Jahr 1812 brannte Dolgow vollständig ab, um im Jahr darauf wieder aufgebaut zu werden. Seitdem wird das Jahr 1813 gelegentlich als Jubiläumsjahr begangen. Im zweiten Weltkrieg war Dolgow eines der wenigen Dörfer, die Kampfhandlungen ausgesetzt waren, wobei drei Häuser zerstört und weitere drei beschädigt wurden; dadurch entstanden bis heute bestehende Baulücken. Im Rund stehen schöne, alte Bäume.

Dolgow war bis 1928 selbständige Gemeinde, und bildete dann bis zur Gemeindereform 1972 zusammen mit Klennow die Landgemeinde Klennow. Heute gehört Dolgow zur Gemeinde Wustrow.

Früher lag das Dorf im Überschwemmungsgebiet der Jeetzel, erst mit ihrer Begradigung in den siebziger Jahren wurde die Gegend um Dolgow trockener. Als „echter Rundling“ besitzt Dolgow tatsächlich nur eine Einfahrt und ist der Wohnort der letzten bekannten drawänopolabischen Muttersprachlerin; diese starb 1756 hier. In Rossinis Restaurant am Ortseingang spricht man heute eher italienisch.

Rundling Diahren
Jeetzelverlauf um Dolgow und Klennow im 17. Jahrhundert
Rundling Dolgow

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