Jeetzel

Das sogenannte Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von 805 verbot Städten entlang der Elbe, Waffenhandel mit den slawischen Stämmen in den östlichen Regionen zu treiben. Lokale Forscher haben des öfteren angenommen, dass das heutige Jeetzel mit dem im Kapitular erwähnten Skaesla identisch ist, und daraus ein besonderes Alter des kleinen Ortes am gleichnamigen Fluss konstruiert. 1955 fand die nachträgliche Tausendjahrfeier statt - bemerkenswert, dass man schon eine Dekade nach dem Ende des tausendjährigen Reiches ein Bedürfnis nach solcherlei Feierlichkeiten hatte.

Tatsächlich ist es wahrscheinlicher, dass Hitzacker (an der Elbe) das frühmittelalterliche Skaesla ist. Andererseits gab es archäologische Funde bei Jeetzel, die auf eine frühe Langobardensiedlung hinwiesen. Für den Namen Jeetzel wird ein germanischer Urspung vermutet.

Heute jedenfalls ist Jeetzel ein hübsches Rundlingsdorf, dessen langgestreckte Elipsenform es fast schon einem Straßendorf ähnlich machen. In Jeetzel gibt es eine frühmittelalterliche, zum teil backsteinerne Kapelle mit Glockenturm und altem Interieur. Die Vierständerhäuser im Dorfkern bilden ein denkmalgeschütztes, einzigartiges Ensemble aufgrund ihrer parallelen Ausrichtung und stammen vorwiegend aus dem neunzehnten Jahrhundert.

Zurück